Jazz in Ulm präsentiert  go east – aktuelle Musik aus Osteuropa



Montag, 8. Februar 2010, 20 Uhr
Stadthaus Ulm, Münsterplatz
Waclaw Zimpel UNDIVIDED (PL / LI / UA / USA / D)

André, vocal
Waclaw Zimpel, cl, bcl, tarogato
Bobby Few, piano
Mark Tokar, b
Klaus Kugel, dr

Waclaw Zimpel

Den Auftakt von go east bildet das Quintett UNDIVIDED des polnischen Klarinettisten Waclaw Zimpel, das Musiker unterschiedlichster Herkunft zusammenführt. Auf der einen Seite neben Zimpel die junge, inzwischen europaweit bekannte litauische Sängerin André sowie der Ukrainer Mark Tokar, wohl renommiertester Bassist seiner Generation in Osteuropa. Auf der anderen der mittlerweile 74-jährige Pianist Bobby Few, im New York der 60er Jahre an der Seite von Größen wie Albert Ayler, Frank Wright oder Archie Shepp bekannt geworden. Bindeglied zwischen den Kulturen ist der gebürtige Allgäuer Klaus Kugel. Die Musik des Quintetts schlägt einen weiten Bogen von der polnischen Folklore über die Jazztradition bis hin zur Moderne. Mit einem abwechselnd atonalfreien und tonal bis sentimental-folkloristischen Konzept kreieren die fünf Musiker eine Fülle von Interaktionsmustern, Texturen und Stimmungen weit über die Grenzen der Folklore und des Jazz hinaus.

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Montag, 8. März 2010, 20 Uhr
Stadthaus Ulm, Münsterplatz
Nicolas Simion Transsylvanian Jazz (RO / H / BG / BIH / D)

Nicolas Simion, sax, cl, bcl
Zoltan Lantos, vln
Martin Lubenov, acc.
Jura Wajda, zymbalon
Martin Gjakonovski, b
Jonas Burgwinkel, dr

Nicolas Simion

Als «John Coltrane des Balkans» wurde der Saxofonist und Klarinettist Nicolas Simion einst bekannt.
In seinem jüngsten Projekt, Transsylvanian Jazz, in dem so renommierte Musiker wie der ungarische Geiger Zoltan Lantos oder der bulgarische Akkordeonist Martin Lubenov mitwirken, besinnt er sich zurück auf seine transsylvanischen Wurzeln und deren volksmusikalische Reichtum. Das Ergebnis: packender, klischeefreier Ethnojazz ohne zeitgeistige Allüren!


– das Konzert wird von SWR 2 mitgeschnitten –

SWR2


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Freitag, 30. April 2010, 20 Uhr
Stadthaus Ulm, Münsterplatz
Duo Misha Alperin – Arkady Shilkloper (RUS / MD)

Misha Alperin, piano
Arkady Shilkloper, Horn, Tuba, Alphorn, Didgeridoo

Misha Alperin Arkady Shilkloper


Zwei der renommiertesten osteuropäischen Musiker im spannungsreichen Dialog: Pianist Misha Alperin und Hornspieler Arkady Shilkloper. Alperin, geboren 1956 in der Ukraine, wuchs in Moldawien auf, wo er zunächst mit Folkmusikern arbeitete, bevor er Klavier und Komposition studierte. 1983 zog er nach Moskau, wo er den Hornspieler Arkadi Shilkloper traf. Shilkloper gehörte damals bereits zu den renom-miertesten russischen Bläsern und wirkte im Orchester des Moskauer Symphonieorchesters und des Bolschoi-Balletts mit. Zusammen mit dem Klarinettisten Sergej Starostin gründeten sie das Moscow Art Trio, das mit seiner Mischung aus russischer und moldawischer Folkore und zeitgenössischem Jazz bald weltweit für Aufsehen sorgte. Ebenso spannend die Duokonzerte der beiden, in denen barocke Kontrapunktik, archaische Folklore, Jazztradition und zeitgenössische Tonkunst zu einem stimmigen Ganzen finden.

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Montag, 17. Mai 2010, 20 Uhr
Stadthaus Ulm, Münsterplatz
Elina Duni Quartett (AL / CH)

Elina Duni, voc.
Colin Vallon, p
Bänz Oester, b
Norbert Pfammatter, dr

Misha Alperin Arkady Shilkloper


Die albanische Sängerin Elina Duni schürft tief im Fundus der Folklore ihrer Heimat und macht uns mit herzergreifenden Liedern vertraut, deren Sehnsuchts-Trunkenheit uns auch dann nicht entgeht, wenn wir kein einziges Wort verstehen. Elina Duni ist aber weiß Gott keine Volksmusik-Puristin, sondern eine Jazz-sängerin – die mit den Klischees des Vokaljazz nichts am Hut hat. Sie bewegt sich in konzentrischen Kreisen um das albanische Liedgut herum. Der filigran gezupfte Bass, das unerhörte Bedienen des Flügels und das gedämpfte Schlagzeug bereiten mit behutsamer Zartheit den Boden, auf dem Elina Duni ihre warme, volle Stimme entfaltet. Dabei entstehen euphorische Stimmungsbilder, deren enormer Suggesionskraft man sich nicht entziehen kann. Lieder aus Südosteuropa verschmelzen mit zeitgenössischen Jazz-Mustern, als ob sie nie getrennt gewesen wären. Das Quartett spiegelt so perfekt zeitgenössischen Jazz wieder ohne dabei in «Ethno-Mischmasch» zu verfallen.

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Im Rahmen des Internationalen Donaufestes Ulm / Neu-Ulm
Dienstag, 31. August 2010, 20.00 Uhr
Stadthaus Ulm, Münsterplatz

Duo Dyas (BL / MD)

Yova Drenska (Akkordeon)
Andrei Serkov (Akkordeon)



Eine junge Bulgarin und ein junger Ukrainer, beide mit einem Akkordeondiplom des Linzer Bruckner-Konservatoriums in der Tasche, tun sich zu einem Duo zusammen, mit dem sie ihre «kulturellen Wurzeln» reflektieren, und das Ganze klingt – eben nicht nach Balkanturbo mit voralpenländischen Gemütlichkeitseinsprengseln, sondern ganz und gar neu. Und aufregend. Yova Drenska und Andrei Serkov heißen die beiden, ihr Duo nennen sie nach ihren Initialen DYAS. Mit stupender Virtuosität, gnadenlos ungeraden Takten und natürlich dem Klang des russischen Knopfakkordeons Bajan ist ihre Musik unüberhörbar von osteuropäischer Folklore geprägt; deren improvisatorische Elemente aber dienen DYAS zu einem ganz eigenständigen Jazz, der weit mehr ist als «Ethno»!


– das Konzert wird vom Bayerischen Rundfunk mitgeschnitten –

Bayerischer Rundfunk


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Sonntag, 26. September 2010, 20.00 Uhr
Stadthaus Ulm, Münsterplatz

Duo Vladimir Karparov – Antonin Donchev

Duo Vladimir Karparov, sax
Antonin Donchev, p



Der junge Saxofonist Vladimir Karparov hat an den Musikhochschulen in Sofia, Hamburg und Berlin studiert. Er beherrscht das heimische Erbe ebenso wie den neueren Jazz und bringt die beiden Welten in eigenen Kompositionen zusammen. Organisch wachsen Jazz, orientalische Ornamentik und die komplexen metrischen Verhältnisse der Balkanmusik auseinander hervor und gehen ineinander auf, als sei der Bebop nicht in Minton's Playhouse , sondern in Sofia oder Plovdiv erfunden worden. Unterstützt wird Karparov dabei von dem Pianisten Antonin Donchev. Donchev, u. a Leiter der Bigband des Bulgarischen Rundfunks, zählt in seiner Heimat zu den bekanntesten und besten Jazzmusikern. Auftritte mit Polens Trompetenstar Tomasz Stanko, dem Saxophonisten Christof Lauer und anderen weisen ihn als Meister der Melodie und der effektvollen, aber sparsamen Instrumentierung aus.

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Montag, 18. Oktober 2010, 20.00 Uhr
Stadthaus Ulm, Münsterplatz

Tomasz Stanko Quintet

Tomasz Stanko, tp
Alexi Tuomarila, p
Jakob Bro, git.
Anders Christensen, b
Olavi Louhivouri, dr



Der Grandseigneur des polnischen Jazz! Trompeter Tomasz Stanko gilt nicht nur seit Jahren als Polens renommiertester Jazzmusiker, sondern als einer der profiliertesten europäischen Musiker überhaupt. Das Besondere an der Musik Tomasz Stankos ist ihr eigener, unverwechselbarer Sound, ihre stimmungsvolle Atmosphäre, die slawische Melancholie und der bereits beim ersten Ton erkennbare, charakteristische Klang seiner Trompete, aus der die leise Nachdenklichkeit eines großen Melodikers und Lyrikers spricht. Stanko spielte über 40 Alben unter eigenem Namen ein. 2003 war er der erste Träger des Europäischen Musikpreises. Bei seinem Ulmer Konzert wird er von einem Quartett junger skandinavischer Musiker begleitet, das eine ganz eigene klangliche und harmonische Basis für die Soli Stankos liefert.

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Montag, 15. November 2010, 20.00 Uhr
Stadthaus Ulm, Münsterplatz

Vyacheslav Ganelin Trio Priority

Vyacheslav Ganelin, p, synthesizer, perc.
Petras Vysniauskas, sopransax
Klaus Kugel, dr, perc.



Vyacheslav Ganelin, geboren 1944 in Kraskow bei Moskau, gilt mit seinem Trio als der markanteste Vertreter der russischen und litauischen Jazz in den 1970er und 80er Jahren. Inzwischen in Israel lebend, hat Ganelin sein Trio neu formiert, nun mit dem Saxophonisten Petras Vysniauskas, derzeit der wohl profilierteste Jazzmusiker Litauens, und dem Schlagzeuger Klaus Kugel. Mit der Gründung seines Trios gelang ihm von Anfang an eine Version zeitgenössischen Musizierens, die bei der Nähe zur westlichen Avantgarde und den Mitteln der Jazzimprovisation immer eine Verbindung zu den eigenen Traditionen der russischen und litauischen Folklore sucht.

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Die Reihe go east ist eine Veranstaltung des Vereins für moderne Musik Ulm / Neu-Ulm e. V.
in Zusammenarbeit mit dem Stadthaus Ulm.
Programm und Konzeption: Dr. Raimund Kast.

Die Reihe wird gefördert durch:
Stadt Ulm, Abteilung Kultur, Stadthaus Ulm, Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Landesstiftung Baden-Württemberg, Sparkasse Ulm, Südwestmetall

 

Stadt Ulm Stadthaus Ulm Ministerium für Wissenschaft und Kunst des LandesBaden-Württemberg Landesstiftung Baden-Württemberg
     
Sparkasse Ulm Suedwestmetall  

 

 

 



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